Segeleinlagerung und Segelpflege

Segeleinlagerung und Segelpflege

Beim Schreiben dieses Wochenberichtes ist es Ende September. Früher war für viele Segler die Saison zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Mittlerweile ist auf den Gewässern jedoch noch einiges los und das Wetter lädt durchaus zu einem schönen Herbsttörn ein.

Der Winter naht

Dennoch naht der Winter unaufhaltsam – und damit auch das Ende der Segelsaison. Jetzt beginnt die Zeit, in der die Segel fachgerecht kontrolliert, gepflegt und eingelagert werden sollten. Wir haben in unserer Werkstatt schon viele Segler erlebt, die im Frühjahr mit Mäuselöchern im Segel oder sogar mit verschimmelten Segeln zu uns gekommen sind und dringend Hilfe benötigten.
Daher empfehlen wir, die Segel direkt nach dem Auskranen des Schiffes sorgfältig einzuwintern oder sie zu uns in die Segelwerkstatt zu bringen. Dort können wir sie kontrollieren, notwendige Reparaturen durchführen und auf Wunsch fachgerecht einlagern.

Vor dem Einlagern: Segel gründlich kontrollieren

Bevor ein Segel eingelagert wird, sollte es vollständig ausgebreitet und sorgfältig überprüft werden. Besonders wichtig sind dabei Nähte, Segellattentaschen, Verstärkungen, Reffpunkte, Schothörner und das Vorliek.
Kleine Scheuerstellen oder gelöste Nähte können wir im Winter meist unkompliziert und schnell reparieren. Werden solche Schäden jedoch übersehen, können sie sich unter Belastung in der nächsten Saison deutlich vergrößern und im schlimmsten Fall zu einem größeren Schaden am Segel führen.
Auch Beschläge, Rutscher, Schäkel und andere Anbauteile sollten auf Verschleiß oder Korrosion kontrolliert werden. Beim Auskranen des Schiffes lohnt es sich außerdem, Beschläge und Ausrüstung einmal gründlich mit Süßwasser abzuspülen. So werden Salzreste entfernt und Korrosion wird vorgebeugt.

Sauber und trocken durch den Winter

Salz, Schmutz, Vogelkot und andere organische Rückstände können das Segeltuch langfristig angreifen. Bei Bedarf empfiehlt es sich daher, das Segel mit klarem Süßwasser abzuspülen. Stärkere Verschmutzungen sollten möglichst schonend und mit geeigneten Reinigungsmitteln behandelt werden.
Besonders wichtig: Das Segel muss vor dem Einlagern vollständig trocken sein. Feuchtigkeit kann zu Stockflecken, Schimmel und unangenehmen Gerüchen führen.

Segel niemals feucht zusammenlegen oder dauerhaft in einer nassen Backskiste beziehungsweise in einem unbelüfteten Raum lagern. Ideal ist ein trockener, sauberer und gut belüfteter Lagerplatz.
Auch Mäuse sollten bei der Wahl des Lagerortes nicht unterschätzt werden. Segelsäcke und Segeltuch können für Nagetiere durchaus interessant sein. Ein geschützter und möglichst mäusesicherer Lagerplatz kann im Frühjahr eine unangenehme Überraschung verhindern.

Richtig falten und lagern

Beim Zusammenlegen sollten möglichst keine dauerhaft scharfen Knicke entstehen. Besonders bei beschichteten Segeltüchern sowie Laminat- und Foliensegeln können starke Falten langfristig die Materialstruktur belasten.
Große Segel werden am besten locker und gleichmäßig zusammengelegt. Laminat- oder Foliensegel können – sofern Platz und Bauart es erlauben – auch gerollt gelagert werden.
Schwere Gegenstände gehören während der Winterlagerung nicht auf die Segelsäcke. So lassen sich unnötige Druckstellen und Belastungen des Materials vermeiden.

Kleine Reparaturen im Winter erledigen

Der Winter ist der ideale Zeitpunkt, um notwendige Arbeiten am Segel durchführen zu lassen. Dazu zählen unter anderem:
• beschädigte oder offene Nähte
• Scheuerstellen und kleinere Risse
• verschlissene UV-Schutzstreifen
• beschädigte Segellattentaschen
• defekte Rutscher oder Beschläge
• Verstärkungen an besonders belasteten Stellen

Wer seine Segel rechtzeitig zur Kontrolle zur uns in die Segelwerkstatt bringt, vermeidet unnötigen Zeitdruck zum Saisonstart. Eine typische Durchsicht mit kleineren Reparaturen ist – sofern keine größeren Schäden vorliegen – häufig innerhalb von drei bis vier Arbeitsstunden erledigt. Entsprechend überschaubar bleiben in vielen Fällen auch die Kosten.

Gut gepflegt in die nächste Saison
Eine sorgfältige Wintereinlagerung ist eine kleine Investition mit großer Wirkung. Regelmäßige Kontrolle, schonende Reinigung und die rechtzeitige Reparatur kleiner Schäden helfen dabei, Form, Funktion und Wert des Segels langfristig zu erhalten.

So kann die nächste Saison entspannt beginnen – mit gepflegten Segeln, bei denen böse Überraschungen möglichst schon im Winter entdeckt und behoben wurden.

Konvex Main Furling vs. Konventionelles Großsegel

Konvex Main Furling vs. Konventionelles Großsegel

Welches Großsegel passt besser zu mir und meinem Schiff? Ein Rollgroßsegel oder ein konventionelles Gorßsegel?

Rollreffgroßsegel und konventionelle Großsegel im Vergleich

In dieser Woche haben wir uns mit dem Aufbau, der Funktionsweise und den Einsatzbereichen moderner Rollreffgroßsegel sowie konventioneller Großsegel beschäftigt. Besonders im Fokus stand das Konvex Main Furling mit durchgehenden Latten, welches wir seit vielen Jahren im Programm haben und sich bewährt hat. Da wir immer wieder zu beiden Segelarten angesprochen werden, möchten wir die Unterschiede mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteile im praktischen Einsatz zu bewerten.

Das KMF (Konvex Main Furling)

Das Konvex Main Furling wurde entwickelt, um das Setzen und Bergen des Großsegels deutlich einfacher und sicherer zu gestalten. Beim Konvex Main Furling wird das Segel in den Mast eingerollt, während durchgehende Latten die Profiltreue des Segels erhalten. Im Gegensatz zu älteren Rollreffsystemen, bei denen auf Latten verzichtet werden musste und dadurch Leistung verloren ging, ermöglicht dieses System eine wesentlich bessere Segelform. Die durchgehenden Latten stabilisieren das Achterliek, reduzieren Flattern und sorgen dafür, dass das Segel auch bei zunehmendem Wind ein effizientes Profil behält. Gerade für Fahrtensegler, die häufig mit kleiner Crew oder sogar allein unterwegs sind, bietet diese Technik einen hohen Sicherheitsgewinn, da die Segelfläche jederzeit stufenlos aus dem Cockpit gerefft werden kann, ohne dass jemand auf das Kajütdach muss.

Ein weiterer Vorteil des Konvex-Systems liegt in der gleichmäßigen Lastverteilung innerhalb des Segels. Durch die spezielle Schnittführung und die Latten wird das Profil auch im teilgerefften Zustand vergleichsweise gut erhalten. Dabei bilden die einzelnen Latten den jeweiligen Reffpunkt. Dadurch verringert sich der Ruderdruck und das Schiff verliert weniger Höhe am Wind als bei einfachen Rollreffgroßsegeln. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die technische Komplexität. Der Mast benötigt ein präzise abgestimmtes Rollsystem, und bereits kleine Bedienfehler oder ein falscher Segeltrimm können dazu führen, dass das Segel beim Einrollen Falten bildet oder sogar klemmt. Deshalb sind eine sorgfältige Wartung der Mechanik sowie eine exakte Fertigung des Segels besonders wichtig. In der Beratung ist für uns wichtig, dass wir vor dem Segelkauf darauf aufmerksam machen, bei Seldén Masten allerdings ist die Mastnutöffnung so groß das wir das Segel ohne Probleme anbieten können.

Konventionelles Großsegel

Ein weiterer Vorteil des Konvex-Systems liegt in der gleichmäßigen Lastverteilung innerhalb des Segels. Durch die spezielle Schnittführung und die Latten wird das Profil auch im teilgerefften Zustand vergleichsweise gut erhalten. Dabei bilden die einzelnen Latten den jeweiligen Reffpunkt. Dadurch verringert sich der Ruderdruck und das Schiff verliert weniger Höhe am Wind als bei einfachen Rollreffgroßsegeln. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die technische Komplexität. Der Mast benötigt ein präzise abgestimmtes Rollsystem, und bereits kleine Bedienfehler oder ein falscher Segeltrimm können dazu führen, dass das Segel beim Einrollen Falten bildet oder sogar klemmt. Deshalb sind eine sorgfältige Wartung der Mechanik sowie eine exakte Fertigung des Segels besonders wichtig. In der Beratung ist für uns wichtig, dass wir vor dem Segelkauf darauf aufmerksam machen, bei Seldén Masten allerdings ist die Mastnutöffnung so groß das wir das Segel ohne Probleme anbieten können.
Dem gegenüber steht das konventionelle Großsegel, das nach wie vor als Maßstab für maximale Segelleistung gilt. Diese Bauweise ermöglicht eine sehr präzise Profilgestaltung und bietet uns deutlich mehr Freiheit bei der Konstruktion. Besonders Regattasegler und sportlich orientierte Fahrtensegler profitieren von der höheren Effizienz am Wind und der direkteren Trimmkontrolle. Auch Reparaturen lassen sich häufig einfacher durchführen, da keine aufwendige Rollmechanik vorhanden ist und einzelne Komponenten leichter ausgetauscht werden können.
Allerdings bringt das konventionelle Großsegel auch Nachteile mit sich. Das Bergen des Segels erfordert mehr körperlichen Einsatz und häufig den Gang auf das Vorschiff oder das Kajütdach. Bei starkem Wind kann dies ein Sicherheitsrisiko darstellen, insbesondere wenn nur wenige Personen an Bord sind, besonders wenn gerefft werden muss. Zudem muss das Segel nach dem Bergen ordentlich auf dem Baum gelegt und mit Zeisingen gesichert werden, was zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet. Für Eigner, die hauptsächlich komfortorientiert unterwegs sind, kann dieser Mehraufwand den Segelspaß deutlich beeinflussen.

Fazit

Aus unserer Sicht zeigt sich, dass beide Systeme ihre Berechtigung haben und stark vom Einsatzprofil des Kunden abhängen. Während das Konvex Main Furling vor allem Komfort, Sicherheit und einfache Bedienbarkeit in den Vordergrund stellt, überzeugt das konventionelle Großsegel durch seine hohe Leistungsfähigkeit, den einfacheren Aufbau und die größere Flexibilität bei Reparaturen und individuellen Anpassungen. Moderne Rollreffsysteme haben den früher deutlichen Leistungsnachteil inzwischen erheblich reduziert, erreichen jedoch in den meisten Fällen noch nicht ganz die aerodynamische Qualität eines hochwertigen konventionellen Großsegels.
Die Wahl des richtigen Großsegels hängt nicht allein von der Technik ab, sondern vor allem von den Anforderungen des jeweiligen Seglers. Daher ist uns eine fachgerechte Beratung und eine präzise Verarbeitung wichtig, um sowohl Komfort als auch Leistung optimal miteinander zu verbinden.

Betriebsferien

Betriebsferien

Wir wollen auch aufs Wasser!

In der vergangenen Woche standen bei uns vor allem letzte Reparaturaufträge und Vorbereitungen für die anstehenden Betriebsferien im Fokus. Mehrere Segelreparaturen sowie Neuanfertigungen konnten planmäßig abgeschlossen werden.

Auch einige Kundenaufträge für den Herbst wurden bereits besprochen und terminiert.

Wir freuen uns über die durchweg positive Resonanz auf unsere Arbeit in den letzten Wochen – besonders vor Beginn der Sommerpause. Ein großes Dankeschön an unsere Kundinnen und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen!

Die Segelwerkstatt Stade macht vom 27.07. bis 10.08.2026 Betriebsferien. In dieser Zeit bleibt die Werkstatt geschlossen.

Ab Montag, den 11.08.2026 sind wir mit einer kleinen Crew wieder für Sie im Einsatz – bei reduziertem Betrieb, aber wie immer mit vollem Einsatz.

Wir wünschen allen eine erholsame Sommerzeit und freuen uns auf ein Wiedersehen im August!

Hydranet® vs. Hydranet Radial®

Hydranet® vs. Hydranet Radial®

Unter Fahrtenseglern ist das „Hydra Net®“ sehr kannt, doch was versteckt sich eigenltich hinter den Begriffen Hydreanet® und Hydranet Radial®?

Die Unterschiede

Beide Tücher sind Gewebe von Dimension Polyant, in denen Polyester- und Dyneema Fasern miteinander kombiniert sind. Dyneema ist eine hochfeste Faser, die als einzige der künstlichen Fasern keine Festigkeit durch wiederholtes Knicken verliert. Darüber hinaus ist die UV-Beständigkeit von Dyneema ausgezeichnet. Diese Eigenschaften machen Dyneema für Fahrtensegel sehr geeignet.

Hydranet Radial sind sehr aufwändige Webkonstruktionen, sie sind für Radialschnitte geeignet. Dazu wurde die Festigkeit in Kettrichtung optimiert. Dazu sind große Mengen von Dyneema-Fasern im Tuch verarbeitet, Polyester ist überwiegend in der Schussrichtung verwebt. Aufgrund der überragenden Festikeit von Dyneema sind beide Hydranet Produkte nahezu „bullet-proof“ und überaus robust. Allerdings ist der Schmelzpunkt von Dyneema. Mit ca. 140 Grad Celsius sehr niedrig. Das beeinträchtigt die Möglichkeiten bei der Thermo-Fixierung der Gewebe. Reine Dacron-Gewebe werden im Normalfall nach dem Weben bei etwa 200 Grad Celsius geschrumpft, was entscheidend zur Verformungsfestigkeit. Solch hohe Temperaturen verbieten sich bei Geben mit Dyneema Anteilen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Dyneema sehr „seifig“ ist, es hat eine extrem niedrige Oberflächen-Energie. Deshalb kann ein Dyneema-Gewebe nicht gefärbt werden, das keine Farbpigmente dauerhaft an Dyneema haften werden. Es ist leicht vorzustellen, dass Harze und Ausrüstungsstoffe es deshalb ebenfalls schwer haben werden, sich dauerhaft an das Dyneema zu heften. Dies wäre jedoch wichtig, da besagte Ausrüstungsstoffe im Normalfall in den Kreuzungspunkten zwischen Kett und Schussfasern sitzen und ein Verschieben dieser Garne gegeneinander verhindern.

Niedriger Schmelzpunkt und die niedrige Oberflächen-Energie machen es extrem schwer, Dyneema-Gewebe mit guter und dauerhafter Diagonal-Festigkeit herzustellen. Jedes hochwertige Dacron-Gewebe ist in dieser Hinsicht besser, was sich in den sogenannten Specs ablesen lässt.

Fazit: Hydranet und Hydranet Radial sind vor allem für Blauwassersegler geeignet, die höchsten Wert auf absolute Zuverlässigkeit legen. Hydranet und Hydranet Radial Segel sind teurer als vergleichbare Segel aus herkömmlichen Dacron-Tuchen, bzw. aus Cruising Laminaten.

Achterliekleine

Achterliekleine

Die Achterliekleine ist in nahezu jedem Segel vorhanden und erfüllt wichtige Aufgaben. Aber oft wird ihr zu wenig Beachtung geschenkt, sehr zu Unrecht wie wir Ihnen gerne schildern möchten.

Nutzung der Achterliek­leine

Für viele Segler dient die Achterliekleine nur dazu, bei alten, überdehnten Segeln das klappernde Achterliek ruhig zu stellen. Doch sie kann mehr und sollte die Aufmerksamkeit des Segeltrimmers finden.
Ein wichtiger Punkt ist die Entlastung des stark belasteten Segeltuchs unmittelbar am Achterliek. In diesem Bereich treten beim Segeln, insbesondere „hoc h am Wind“, die größten Kräfte im Material auf. Durch ein leichtes Anziehen der Achterliekleine nimmt diese etwas Last aus dem Segeltuch und hilft so das Segel länger leben zu lassen. Natürlich darf die Leine nicht zu stark angezogen werden. In diesem Fall würde die Last des Schotzugs auf die dünne Leine und ihrer Endbeschläge gelenkt. Dafür ist sie nicht ausgelegt. Insbesondere bei den Vorsegeln ist es aerodynamisch von sehr großer Bedeutung, dass das Segel im Achterliek so gering wie möglich Konkav geschnitten wird.
Grundsätzlich ist bei einem Segel zwischen zwei festen Punkten immer eine konkave Kurve nötig, damit das Liek nicht „klappert“. Je „hohler“ diese Kurve ausfällt desto ruhiger steht das Segel, aber es wird auch deutlich mehr Widerstand erzeugt und den wollen wir nicht. Denn der Widerstand bremst uns beim Segeln. Also wird das Achterliek möglichst gerade gestrakt. Dies führt nun aber dazu, dass das Achterliek unruhiger steht und die Achterliekleine mit viel Gefühl eingestellt werden muss.Hier ist es wichtig, dass der Segelmacher gutes Tauwerk verwendet. Ab einer Genua-Segelfläche von ca. 30m² sollte die Achterliekleine nicht nur einfach in eine Klemme geführt werden, sondern zwischen der eigentlichen Achterliekleine und der Achterliekklemme sollte eine kleine Talje installiert sein.Eine Unachtsamkeit, die wir häufig beobachten, ist das Aufrollen von Rollreffsegeln mit stark angezogenen Achterliekleinen. Wird das Segel in diesem Zustand aufgerollt, rafft die zu dicht geholte Leine das Segeltuch am Achterliek zusammen. Dies kann zum Ablösen von Harz und bei Foliensegeln zum Bruch der Folie führen.

Klemme zum Festsetzen der Leine

Ein weiteres Detail, das Beachtung verdient, ist die Klemme zum Festsetzen der Leine. Oftmals ist sie schon nach kurzer Zeit verschlissen. Die Ursache liegt meist in der fehlenden Bedienung durch den Segeltrimmer:
Bei leicht gefierten Schoten „klappert“ das Achterliek schnell. Kein Problem, die Achterliekleine wird leicht angesetzt und stellt das Liek ruhig. So weit so gut. Nach einiger Zeit kommt der Wind „spitzer“ und die Genuaschot wird dichter gefahren. Damit wird die Last auf der Achterliekleine und damit auf der kleinen Klemme am Schothorn immer stärker. Schnell ist nun der Punkt erreicht, an dem die Leine durch die Zähne der Klemme rutscht. So werden diese stumpf geschliffen. Wiederholt sich dieser Vorgang, ist nach kurzer Zeit die Haltekraft der Klemme aufgebraucht. Bei größeren Yachten werden anstelle von Kunststoffklemmen Metallklemmen auf das Segel gearbeitet. Hier nutzen zwar die Zähne nicht ab, dafür wird die Leine schnell durchgescheuert oder zumindest der Mantel kann reißen.
Damit sind wir bei der zwar sehr häufig beobachteten aber sehr schlechten Variante, nämlich der ins Schothorn eingeknoteten Achterliekleine.
Leider bekommen wir jedes Jahr viele Segel in den Betrieb, bei denen die Achterliekleinen mit nahezu unlösbaren Knotenkombinationen in den Schothornkauschen fixiert wurden. Nahezu in allen Fällen ist die Leine hoffungslos überdehnt, das Segeltuch am Achterliek stark gerafft und damit oft gebrochen.
Leider lassen sich diese Segel kaum noch in Form bringen, sie sind im Profil zerstört. Wäre es da nicht besser gewesen für wenige Euro die Achterliekklemme tauschen zu lassen?

Sprayhoods und Kuchenbuden

Sprayhoods und Kuchenbuden

Sprayhoods und Kuchenbuden: Produktion von Verdecken wieder erfolgreich in unser Angebot aufgenommen

Hohe Qualität

Seitdem unser langjähriger Mitarbeiter Volker nach mehr als zehn Jahren engagierter und hochwertiger Arbeit in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, haben wir die Sparte der Verdecke in unserem Betrieb zunächst nicht weitergeführt. Volker hat über viele Jahre hinweg qualitativ äußerst hochwertige Sprayhoods und Kuchenbuden angefertigt, sodass für uns von Anfang an klar war, dass wir diesen Bereich nur dann wieder anbieten möchten, wenn wir den gleichen hohen Qualitätsstandard gewährleisten können.

Verdecke neu im Programm

Lange Zeit war es daher ruhig in diesem Bereich. Seit einigen Monaten können wir jedoch mit großer Freude berichten, dass wir wieder Sprayhoods und Kuchenbuden anbieten. Seit nunmehr knapp einem halben Jahr läuft die Produktion wieder erfolgreich an. Gemeinsam mit Lea haben wir begonnen, Verdecke anzufertigen, und konnten in den vergangenen Monaten bereits mehr als ein Dutzend Sprayhoods und Kuchenbuden bauen.
Wir sind von der Qualität der Arbeiten begeistert und freuen uns sehr über die positive Entwicklung dieser Sparte. Besonders erfreulich ist das durchweg sehr positive Feedback unserer Kundinnen und Kunden, das uns in unserem Anspruch und unserer Arbeit bestätigt. Es ist schön zu sehen, dass wir an frühere Erfolge anknüpfen können und dieser Bereich wieder zu einem festen und geschätzten Bestandteil unseres Angebots geworden ist.

Wenn Sie auch Interesse an einem Verdeckt haben, melden Sie sich gerne jederzeit bei uns.

Was machen wir eigentlich im Winter?

Was machen wir eigentlich im Winter?

Was läuft während des Winterbetriebes bei uns in der Segelwerkstatt Stade?

Viele neue Segel entstehen

Die Wintermonate sind für die Segelwerkstatt Stade traditionell eine der arbeitsintensivsten Zeiten des Jahres. Während draußen Schnee, Frost und kurze Tage das Bild bestimmen, herrscht in der Werkstatt reger Betrieb. In dieser Phase werden die Grundlagen für die kommende Segelsaison gelegt – mit viel Handarbeit, Präzision und Leidenschaft.

BOOT 2026

Ein besonderer Schwerpunkt der vergangenen Wochen war die BOOT Düsseldorf, die wir erfolgreich abschließen konnten. Die Messe bot zahlreiche Gelegenheiten für intensive und konstruktive Gespräche mit bestehenden Kunden, neuen Interessenten sowie Partnern aus der Branche. Der persönliche Austausch, das direkte Feedback und die konkreten Projektanfragen haben erneut gezeigt, wie groß das Interesse an hochwertigen, individuell gefertigten Segeln ist. Die Messe war damit nicht nur anstrengend, sondern auch sehr wertvoll und richtungsweisend für die kommende Saison.

Die Produktion läuft weiter und es wird gesegelt

Parallel zur Messezeit lief die Produktion in der Werkstatt ununterbrochen weiter. Der Winter ist die Phase, in der besonders viele Segel fertiggestellt werden. Das bedeutet lange Tage, hohe Konzentration und eine enge Abstimmung innerhalb des Teams. Aktuell bewegen sich die Lieferzeiten im Bereich Juli bzw. Sommer, was die hohe Auslastung und die starke Nachfrage deutlich widerspiegelt.

Ein weiteres Highlight der letzten Wochen war das Probesegeln von Klaas auf der JV 43. Die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen fließen direkt in die Weiterentwicklung und Feinabstimmung unserer Segel ein. Solche Tests unter realen Bedingungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Qualitätsarbeit und tragen dazu bei, unsere Produkte kontinuierlich zu optimieren.
Trotz winterlicher Bedingungen arbeitet das gesamte Team der Segelwerkstatt Stade mit großem Einsatz daran, alle Aufträge termingerecht und in gewohnt hoher Qualität umzusetzen. Während draußen der Winter Einzug gehalten hat, entstehen in der Werkstatt bereits die Segel, mit denen unsere Kunden in der kommenden Saison sicher, schnell und mit Freude unterwegs sein werden.

BOOT 2026

Auch wir sind wieder bei der größten Wassersportmesse der Welt dabei!

BOOT 2026

Ab Samstag dem 17. Januar öffnen die Tore der Messehallen in Düsseldorf und wir freuen uns wieder dabei sein zu dürfen. Die BOOT wird für neun Tage Mittelpunkt der maritimen Welt und wir sind mit unserem Stand mittendrin. Täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr freuen wir uns auf Besuch um über neue Projekte und interessante Segel zu sprechen. Zu finden sind wir in Halle 10 auf Stand G59.

Kommen Sie gerne vorbei um bei einem Kaffee und mit viel Zeit über Ihre neuen Segel zu sprechen!

Refit Center Bühne

In diesem Jahr werden wir zudem täglich im Rahmen des Refit Centers unter dem Motto „Segelreparatur für jedermann“ erklären wie man kaputte Segel auf Langfahrt repariert. Dafür reichen zunächst Bordmittel welche wir ebenfalls vorstellen. Die Vortragsreihen werden mit einem anschließendem Workshop gepaart, sodass man für die nächste lange Reise gut vorbereitet ist.

Die Bühne des Refit Centers liegt in Halle 11 und ist kaum zu verfehlen.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zu den Vorträgen

Weihnachtsurlaub

Weihnachtsurlaub

Über Weihnachten stehen bei uns die Maschinen still. Wir sind im Urlaub!

Auszeit

Nach einem erfolgreichen Jahr 2025 mit vielen interessanten Projekten gönnen wir uns zwei Wochen Betriebsferien. Wir sind am 05. Januar 2026 wieder im Einsatz und dann geht die Produktion der Segel weiter. Zudem bereiten wir uns dann auch schon auf die BOOT in Düsseldorf vor. Wir wünschen allen Seglern und Seglerinnen eine besinnliche Weihnachtszeit und gute Erholung!

Die Bedienung eines Code Zeros

Die Bedienung eines Code Zeros

Wie funktioniert das Handling eines Code Zeros mit kleiner Crew?

Nach unserem letzten Wochenbericht erreichte uns viel Feedback zum Code Zero. Daher möchten wir in diesem Wochenbericht einmal ausführlich darauf eingehen, warum der Code Zero ein ideales Segel für diese Crewgröße ist, was beim Einsatz zu beachten ist und wie Sie das Segel sicher und effizient bedienen.

Warum ein Code Zero für Zweiercrews so geeignet ist

Der Code Zero hat seinen Ursprung im Regattasport, wird heute jedoch auf Fahrtenyachten aller Größen eingesetzt – und das hat gute Gründe. Das Segel ist ein echter Allrounder, der speziell bei Leicht- bis Mittelwind enorme Vorteile bringt, ohne dass er Handling kompliziert macht. Gerade Seglerinnen und Segler, die nur zu zweit unterwegs sind, profitieren von einem Segel, das sich vom Cockpit aus bedienen lässt, ohne dass eine Person nach vorne auf das Vorschiff muss.
Im Gegensatz zum Gennaker oder Spinnaker, die häufig per Bergeschlauch gesetzt werden oder zusätzlichen Platz auf dem Vorschiff benötigen, kann der Code Zero vollständig über ein Furlingsystem kontrolliert werden. Diese Rollmechanik sorgt dafür, dass das Segel schnell einsatzbereit ist – und genauso schnell wieder verschwinden kann, wenn der Wind zunimmt oder die Bedingungen unruhiger werden.

Montage und Vorbereitung – entspannter Start aus dem Cockpit

Für Zweiercrews empfiehlt sich das Setzen bereits im Hafen oder im Ankerfeld. Aber bitte beachten, das Segel darf dabei nicht ausrollen. Dafür sorgt der Sperrmechanismus im Furler und / oder das Klett im Schothorn. Das Segel wird dabei:

• Mit dem Furler am Anschlagspunkt vor dem Vorstag angeschlagen,
• Die Schoten am Schothorn befestigt,
• Das Fall am Toppwirbel angeschlagen und hochgezogen,
• und der Code Zero bleibt aufgerollt, bis er benötigt wird.

In dieser Konfiguration kann das Boot problemlos auslaufen; das Segel bleibt sauber aufgerollt und sicher verstaut. Der Vorteil: Niemand muss auf dem Vorschiff arbeiten, während das Boot segelt.
Auch während der Fahrt bleibt die Situation kontrolliert: Das Vorschiff wird nicht betreten, Schoten können im Cockpit vorbereitet und belegt werden. Sobald gewünscht, kann die erste Person die am Steuer ist sich auf den Kurs konzentrieren und die zweite Person kann den Furler mit der Furlingleine entsperren und anschließend die Schot dichtholen. Wichtig ist dabei, dass auf dem Fall eine sehr hohe Spannung und auf der Furlingleine eine hohe Spannung ist, sowohl beim Ausrollen, beim Segeln, als auch beim Einrollen.

Für kleine Crews ist dies ein großer Sicherheitsvorteil: Keine hektischen Manöver, keine Wege nach vorne an Deck, und keine unkontrolliert schlagenden Segelbahnen.

Bergen – in wenigen Sekunden sicher eingerollt

Auch beim Bergen zeigt der Code Zero seine Stärken. Sobald der Wind zunimmt oder das Segel nicht mehr benötigt wird, genügt ein kurzer Hinweis vom Steuerstand und die Crew rollt das Segel wieder ein:

1. Person 1 nimmt etwas Geschwindigkeit aus dem Boot und hält den Windwinkel stabil.
2. Person 2 bedient die Rollleine – das Segel wickelt sich straff und sauber um die Antitorsionsleine.
3. Die Schot bleibt leicht auf Spannung, damit das Segel kontrolliert rollt.
4. Die Schot kann sich dabei gerne mehrmals um das Segel drehen, das sorgt für mehr Sicherheit und verhindert ein Ausrollen des Segels.
5. Beide Seiten der Furlingleine sollten auf Spannung sein wenn das Segel aufgerollt ist.
6. Sollte zu viel Wind aufkommen, muss der Code Zero heruntergenommen werden.

Das gesamte Aufrollen dauert nur wenige Sekunden. Ein entscheidender Vorteil, wenn man zu zweit unterwegs ist und plötzlich eine Böe oder unangenehme Welle kommt.

Fazit – ein ideales Segel für die kommende Saison

Der Code Zero ist für viele Fahrtencrews längst zum „Lieblingssegel“ geworden. Er bringt das Boot bei wenig Wind erstaunlich schnell in Fahrt, erweitert das nutzbare Windfenster erheblich und lässt sich gleichzeitig so einfach bedienen, dass zwei Personen jederzeit alles unter Kontrolle haben – ohne Stress, ohne Risiko und ohne Turnerei auf dem Vorschiff.
Gerade jetzt, wo die Segel in der Werkstatt überprüft werden und viele Eigentümer über Neuanschaffungen nachdenken, lohnt sich ein genauer Blick auf dieses vielseitige Segel. Gerne beraten wir Sie persönlich zu Materialauswahl, Größen, Furlersystemen und den Möglichkeiten für Ihr Schiff.