Mehr Segelfläche – mehr Speed?

Mehr Segelfläche – mehr Speed?

Nicht immer kommt es auf die Größe an, es geht um viel mehr!

Mehr Segelfläche gleich mehr Speed?

Nein, so einfach ist der Vortrieb beim Segeln leider nicht herzustellen. Insbesondere auf den Kursen hoch am Wind und an der Kreuz kommt es nicht in erster Linie auf eine möglichst große Segelfläche, sondern vielmehr auf eine perfekte Form der umströmten Fläche an. Dass ein Segel natürlich immer optimal profiliert sein muss, nehmen wir hier einmal als selbstverständlich an. Über Profiltiefen, die Position der größten Profiltiefe, den Anström- und den Abströmwinkel, den Twist und viele Parameter mehr wurden schon ganze Bücher geschrieben. Das ist ein anderes Thema. Hier geht es nur um die Größe und die Form der umströmten Flächen.

Forschung und noch mehr Forschung

In der SEGELWERKSTATT STADE hören wir immer wieder den Satz: “Jetzt segel ich mein Schiff schon so viele Jahre und erkenne es mit den neuen Segeln nicht wieder.“ Dass die Segelleistung sich deutlich verbessert hat, ist eine Aussage, die einen belegbaren Grund besitzt.
Seit fast einem Jahrzehnt beschäftigen wir uns in der SEGELWERKSTATT STADE mit umströmten Formen. Alles begann mit einem Forschungsprojekt, das vom Land Niedersachsen erheblich unterstützt wurde. So gab es uns für drei Jahre die Möglichkeit zu intensiven Versuchsreihen.
Aufgrund der Ergebnisse können wir seit vielen Jahren Segel bauen, die nicht nur sehr schnell sind, sondern, und das ist für den Fahrtensegler mindestens genau so wichtig, erheblich weniger Lage erzeugen. Das wirkt sich dann sehr positiv auf den Ruderdruck aus. Auf dem Markt sind sie inzwischen bekannt unter den Namen KONVEX MAIN und KONVEX MAIN FURLING. Nahe zu alle unsere Kunden, die Ihre Yachten vor dem Kauf eines neuen Großsegel bereits gut kannte, haben uns bestätigt, dass ihr Boot ca. eine halbe bis eine Windstärke später gerefft werden muss. In den Böen krängen die Yachten nicht mehr so hart, alle Boote lassen sich ausgewogener steuern.

Wo liegt das Geheimnis?

Es liegt in den Wirbeln, die sich hinter jedem Großsegel bilden. Bei unserer Forschungsarbeit haben wir Segelschnitte entwickelt, die deutlich weniger Wirbel am Achterliek erzeugen. Zum Verständnis einige Erklärungen.
In dem Bereich hinter dem Mast ist die Strömung stark verwirbelt, sowohl in Lee als auch in Luv gibt es keine anliegende Strömung. Sagen wir in unserem Beispiel herrscht ca. 1m hinter dem Mast das aerodynamische Chaos, nach diesem Meter beruhigt sich alles, die Strömungen sind auf beiden Seiten wieder linear ausgerichtet. So weit so gut oder besser so schlecht, denn im oberen Bereich ist unser Segel eben keinen Meter breit, somit gibt es auch keine linear anliegende Strömung wenn die Wirbel an das Achterliek treffen. Das Ergebnis ist ein starker induzierter Widerstand an der Abrisskante und dahinter. Diese starke Kraft an unserem Masttop zieht nach Lee und sorgt so für eine starke Geschwindigkeitsminderung, sehr viel Schräglage und erheblichen Ruderdruck.
Nun, selbst „klein Fritzchen“ kommt schnell auf die Lösung: Wir müssen das Segel im Topp breiter bauen. Leider ist es nicht ganz so einfach, für einen guten Strömungsabriss muss auch die Achterliekrundung sehr genau berechnet werden, und zum sogenannten Squaretop (breiter Segelkopf) passen. Wird dieses Zusammenspiel nicht genau berechnet, können sich die negativen Faktoren sogar ergänzen und verstärken. Ferner steht auf vielen Fahrtenyachten der Idee von „klein Fritzchen“ ein Achterstag im Wege und macht den Einsatz eines Squaretops unmöglich. Während unserer Forschungsarbeit haben wir uns dieses Problems besonders angenommen und Lösungen erarbeitet. Es ist auf der klassischen Fahrtenyacht, wie wir sie heute segeln, kaum möglich, ein wirklich zu 100% optimiertes Segel zu fahren, aber es gibt auf der Grundlage unserer Erkenntnisse viele gute Kompromisse. Diese müssen zwar für jeden Schiffstyp umständlich errechnet werden, aber wie schon oben beschrieben ist das eine Arbeit, die die Segler zu schätzen wissen. Da aufrechtes Segeln und weniger Ruderdruck für mehr Spaß beim Segeln sorgen, ist dies schon alleine Grund genug für uns optimale Segel zu berechnen und zu bauen. Wenn dann noch mehr Geschwindigkeit dazu kommt, stört es höchstens den Segler in Lee. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Segeln!

BOOT 2025

Auch wir sind wieder bei der größten Wassersportmesse der Welt dabei!

BOOT 2025

Ab Samstag dem 18. Januar öffnen die Tore der Messehallen in Düsseldorf und wir freuen uns wieder dabei sein zu dürfen. Die BOOT wird für neun Tage Mittelpunkt der maritimen Welt und wir sind mit unserem Stand mittendrin. Täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr freuen wir uns auf Besuch um über neue Projekte und interessante Segel zu sprechen. Zu finden sind wir in Halle 10 auf Stand G59.

Kommen Sie gerne vorbei um bei einem Kaffee und mit viel Zeit über Ihre neuen Segel zu sprechen!

Refit Center Bühne

In diesem Jahr werden wir zudem täglich im Rahmen des Refit Centers unter dem Motto “Segelreparatur für jedermann” erklären wie man kaputte Segel auf Langfahrt repariert. Dafür reichen zunächst Bordmittel welche wir ebenfalls vorstellen. Die Vortragsreihen werden mit einem anschließendem Workshop gepaart, sodass man für die nächste lange Reise gut vorbereitet ist.

Die Bühne des Refit Centers liegt in Halle 11 und ist kaum zu verfehlen.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zu den Vorträgen

Weihnachtsferien

Weihnachtsferien

Über Weihnachten stehen bei uns die Maschinen still. Wir sind im Urlaub!

Auszeit

Nach einem erfolgreichen Jahr 2024 mit vielen interessanten Projekten gönnen wir uns zwei Wochen Betriebsferien. Wir sind am 06. Januar 2025 wieder im Einsatz und dann geht die Produktion der Segel weiter. Zudem bereiten wir uns dann auch schon auf die BOOT in Düsseldorf vor. rnrnWir wünschen allen Seglern und Seglerinnen und besinnliche Weihnachtszeit und gute Erholung!

Ronja ist Bundessiegerin 2024!

Ronja ist Bundessiegerin 2024!

Ronja ist Bundessiegerin der Segelmacher und Segelmacherinnen im Jahr 2024!

Eine sehr schöne Nachricht erreichte uns vor knapp einem Monat.

Die Segelmacherinnung und die Handwerkskammer der Segelmacher hat unsere Mitarbeiterin Ronja zur Bundessiegerin gekürt! Ronja schloss im Januar 2024 Ihre Ausbildung mit der Note 1,3 ab und schaffte es somit zum Gesamtsieg der Segelmacher in Deutschland. Gegen viele weitere Auszubildende konnte sich Ronja durchsetzen und besonders das Gesellenstück stach dabei hervor. Die guten Noten in der Schule und eine sehr gute Abschlussprüfung waren die Grundlage, allerdings hat das Gesellenstück auch immer sehr viel Gewicht. Ronja baute ein ganzes Segel, in diesem Fall eine Genua 4 aus DCX für eine First 32.

Nun wurde Ronja bei der Ehrung aller Bundessieger verschiedener Gewerke in Berlin ausgezeichnet und geehrt. Wir freuen uns sehr für Ronja und blicken auch auf eine tolle Ausbildung zurück in der wir viel Wissen weitergeben konnten, aber auch von Ronja gelernt haben. Eine gute Zusammenarbeit ist immer der Schlüssel zum Erfolg, die Prüfungen musste Ronja aber selber schreiben und dies hat sie mit Bravur gemeistert! Nun freuen wir uns darüber, dass Ronja als Gesellin festangestellt ist und weiterhin in unserem Team mitarbeitet.

Segellatten Teil II

Segellatten Teil II

Teil II unserer Serie zum Thema Latten: Vorsegellatten

In dem letzten Wochenbericht haben wir uns um die Latten im Großsegel gekümmert. Heute beschreiben wir die Unterschiede und Eigenschaften von Latten im Vorsegel. Besonders die Genua 3 ist davon betroffen, da überlappende Vorsegel ohne Latten gebaut werden.

Roller Batten

Rollerbatten wurden speziell für Segel auf Rollreffanlagen entwickelt. Sie stabilisieren das Achterliek effektiv und verhindern Flattern oder Verformungen, was die Segelbelastung reduziert und die Lebensdauer verlängert. Zudem muss das Segel mit Rollerbatten oder festen Latten nicht zu sehr hohl gestrakt werden, was zum Ergebnis führt, dass die Aerodynamik des Segels verbessert wird.
Gleichzeitig bleibt das Einrollen des Segels problemlos möglich, da die flexiblen kurzen Latten sich an die Form des eingerollten Segels anpassen. Je nach Segelgröße sind die Rollerbatten meist zwischen 40cm und 60cm lang. Dieser Aspekt ist besonders vorteilhaft, da die Funktionalität eines Rollreffsystems uneingeschränkt erhalten bleibt. Im Vergleich zu festen Latten sind Rollerbatten zudem einfacher zu handhaben und erfordern keine zusätzlichen Anpassungen am Rigg oder an der Mastschiene.

Ein besonders interessanter Anwendungsfall für Rollerbatten ist die Genua 3. Hier ermöglichen Rollerbatten, dass das Segel auch bei teilweise eingerolltem Zustand seine Form weitgehend beibehält. Dadurch wird die Last gleichmäßig verteilt, und die Segelperformance bleibt selbst bei wechselnden Windbedingungen stabil. Dies verbessert nicht nur die Manövrierfähigkeit, sondern minimiert auch den Verschleiß am Achterliek. Die Möglichkeit, Rollerbatten ohne großen Aufwand in bestehende Systeme zu integrieren, macht sie zu einer äußerst praktischen und vielseitigen Lösung.

Feste Latten

Feste (kurze) Latten hingegen bieten eine umfassendere Stabilisierung des Segelprofils und sind besonders bei Langfahrtseglern beliebt. Fest eingebaute Latten sind schwerer als Rollerbatten, was die Segeleigenschaften minimal beeinflusst. Ein besonderer Nachteil der fest eingebauten Latten ist aus unserer Sicht die Handhabung auf dem Vordeck. Segel mit Rollerbatten können recht einfach auf das Achterliek gelegt werden, da die Latten recht kurz sind und beim Auftuchen des Segels übereinander liegen.
Bei festen Latten, welche bis zu 1,5m lang sein können, ist meist das ganze Vordeck voll mit dem Segel und das Auftuchen wird deutlich komplizierter, da sich die Latten nicht übereinander legen lassen. Hierzu müsste man die Latten ausbauen was zu einer längere Prozedur führt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rollerbatten für die meisten Anwendungen in modernen Rollreffsegeln eine hervorragende Wahl sind. Sie verbinden eine verbesserte Stabilität des Achterlieks mit einfacher Handhabung und voller Kompatibilität zu Rollreffsystemen. Während durchgehende Latten ihre Vorteile in leistungsorientierten Segelsettings ausspielen, sind sie für den Einsatz auf Rollreffanlagen deutlich weniger geeignet. Unsere Empfehlung für Kunden, die eine langlebige, praktische und leistungsstarke Lösung suchen, lautet daher eindeutig: Rollerbatten, insbesondere für Segel wie die Genua 3, bieten die ideale Kombination aus Funktionalität, Segelperformance und Flexibilität.

Segellatten Teil I

Segellatten Teil I

Teil I unserer Serie zum Thema Latten: Großsegellaten

In dieser Woche beschäftigen wir uns intensiv mit der Thematik der Großsegellatten und insbesondere den Vergleich zwischen kurzen Latten im Achterliek und durchgehenden Latten. Ziel ist es, die jeweiligen Stärken und Schwächen der beiden Systeme herauszuarbeiten, um Ihnen eine fundierte Entscheidungshilfe bieten zu können.

Kurze Latten

Kurze Latten, die ausschließlich im Achterliek eines Großsegels eingesetzt werden, finden vor allem bei Cruising-Segeln oder traditionellen Booten Anwendung. Dabei ist die Topplatte durchgehend und darunter drei bis fünf kurze Latten. Sie zeichnen sich durch ihre einfache Handhabung aus, da das Segel leichter gerefft und geborgen werden kann. Zudem sind sie leichter und verursachen weniger Belastung auf Mast und Segeltuch. Auch geringere Kosten und die einfache Austauschbarkeit stellen Vorteile für kurze Latten da. Allerdings hat diese Konstruktion auch Schwächen: Die Formstabilität des Segels ist eingeschränkt, insbesondere bei stärkerem Wind, da kurze Latten das Tuch nicht in seiner gesamten Fläche stützen können. Dies kann zu einem ineffizienten Profil und reduzierter Segelgeschwindigkeit führen, was vor allem für leistungsorientierte Segler von Nachteil ist. Besonders gravierend ist die Haltbarkeit von Großsegeln mit kurzen Latten. Da die Latten wie ein Scharnier funktionieren wird das Segelmaterial vor der Latte deutlich schneller kaputt gehen als andere Stellen im Segel.

Durchgehende Latten

Im Vergleich dazu erstrecken sich durchgehende Latten über die gesamte Breite des Segels von der Masttasche bis zum Achterliek und kommen häufig bei modernen Performance- und Regattasegeln zum Einsatz. Sie ermöglichen eine hervorragende Formstabilität, da das Segel optimal gestützt wird, was sich insbesondere bei wechselnden Windbedingungen auszahlt. Zudem erhöht diese Konstruktion die Langlebigkeit des Segels, da das Segel weniger schlägt und gleichmäßiger belastet wird. Für ambitionierte Segler bieten durchgehende Latten eine verbesserte Performance und ein effizienteres Segelprofil. Dem stehen jedoch einige Nachteile gegenüber. Das Handling solcher Segel ist aufwendiger, da durchgehende Latten präzise geführt werden müssen, was das Setzen und Bergen erschwert. Auch ein leicht höheres Gewicht und die Anschaffungskosten sind zu berücksichtigen.

Fazit

Die Wahl zwischen kurzen Latten und durchgehenden Latten hängt letztlich stark von den individuellen Anforderungen ab. Während sich kurze Latten für Cruising-Segler und Einsteiger anbieten, sind durchgehende Latten die ideale Wahl für Performance Cruiser oder alle, die maximale Leistung anstreben. Im Laufe der Woche haben wir mehrere Segel mit durchgehenden Latten repariert und dabei festgestellt, wie wichtig regelmäßige Wartung für diese Segelsysteme ist, um ihre Vorteile langfristig nutzen zu können. Wir in der Segelwerkstatt Stade sind von durchgehenden Latten für Fahrtensegler überzeugt, da die Vorteile überwiegen und das Segel länger hält und mehr Leistung bietet.
In der nächsten Woche beschäftigen wir uns mit Latten in Vorsegeln!

Das Passatsegel

Das Passatsegel

Schon die allerersten Langfahrtsegler wussten das angenehme Seeverhalten der Yacht bei dieser Art zu segeln sehr zu schätzen. Dabei wurde in der langen Dünung des konstanten Passatwinds das Großsegel geborgen und je eine Genua nach Lee und eine nach Luv ausgebaumt.

Sehr schnell lernten die Hochseesegler, dass zwei, in etwa gleich große, Vorsegel dabei die Selbststeueranlage deutlich entlasten, ein Vorteil der bis heute gilt. Ferner wurden die Rollbewegungen minimiert. Das wiederum macht das Leben an Bord sehr viel angenehmer. Und das gesamte Handling an Bord wurde vereinfacht, was gerade für die kleine Crew sehr wichtig ist. Nachdem der Spinnaker, der Gennaker, der Parasailer und viele andere Varianten von Vordemwindsegeln an Bord ihren Platz gefunden hatten, wurde das Passatsegel immer weiter in den Hintergrund gedrängt und geriet bei vielen Seglern in Vergessenheit, zu Unrecht wie wir finden.

Auf unseren zahlreichen Vorträgen und Seminaren, insbesondere auf den Veranstaltungen des Hochseeseglerclubs „Trans Ocean“, haben wir immer wieder auf die Vorteile hingewiesen. Oft haben wir dabei leider „gegen Windmühlen“ gekämpft. Umso mehr freut es uns, dass jetzt auch andere Segelmacher diese alte und bewährte Technik wiederentdecken und die Passatsegel auch in den Kreisen der erfahrenen Fahrtensegler eine immer stärker werdende Resonanz finden. Mit unseren heutigen Möglichkeiten, wie zum Beispiel den guten Rollreffanlagen, den einfach zu bedienenden Spinnakerbäumen und den hochwertigen Segeltüchern gibt es nicht nur für die Langfahrtsegler interessante Einsatzmöglichkeiten.

Doch wie sieht ein Passatsegel eigentlich aus? Es handelt sich hier um zwei exakt gleich große Segel. Diese werden aber in nur einem Vorliekstreifen am Vorliek zusammengefasst und mit nur einem Fall gesetzt. Auf den Amwindkursen liegen die beiden Segel aufeinander und teilen sich die Lastaufnahme, daher können die einzelnen Segel sehr leicht sein. Von der Größe her entspricht jedes der beiden Segel in etwa einer Genua 2. Nur die Schothörner sind etwas höher gezogen, also die Achterlieklänge wird etwas eingekürzt. Dies ist auf den Vordemwindgängen“ wichtig. Hier werden die beiden Segel aufgeklappt gefahren und die beiden Schothörner, jeweils eines zu einer Seite mit den Spinnakerbäumen nach außen gehalten. Ein absoluter Clou ist, dass beide Segel zusammen gerollrefft werden! Und dies sogar auf allen Kursen, also am Wind genauso wie ausgebaumt vor dem Wind. Einfacher kann das Segelhandling nicht sein. Eines muss an dieser Stelle ganz klar gesagt werden: Das Passatsegel ist kein Segel, das auf möglichst hohe Performance ausgelegt ist. Hier geht es um einfaches, sicheres segeln und um die Schonung des Riggs sowie des gesamten Materials. Ebenso ist die Anschaffung eines Passatsegels nicht sehr günstig. Man kauft ja praktisch zwei identische Segel (nahezu doppelte Kosten) und man sollte auch zwei Spinnakerbäume mit den jeweiligen Anschlagpunkten an Bord haben. Wir sehen heute das Passatsegel als ideales Segel für zwei Gruppen von Fahrtenseglern. Zum einen die der klassischen Langfahrtsegler, hier ist das Segel sehr bewährt und einfach nur sinnvoll.

Zum anderen aber auch die Fahrtensegler, die es möglichst einfach an Bord haben möchten. Sieht es in der Praxis heute doch sehr häufig so aus, dass im Frühjahr eine Rollreffgenua im Hafen gesetzt wird und über die Saison nur dieses Segel eingesetzt wird. Auf Amwindkursen und Halbwindkursen mag die Rollreffgenua ihren Dienst erfüllen, doch spätestens, wenn der Kurs zu einem segeln vor dem Wind führt, ist die normale Genua am Ende und das Segeln wird sehr unbefriedigend. Der ambitionierte Segler wird jetzt einen Spinnaker oder Gennaker setzen. Auf den Fahrtenyachten geht dagegen recht häufig der Motor an. Dies muss nicht sein, bei einem Passatsegel wird jetzt einfach die eine Segelseite nach Luv gezogen und ausgebaumt und schon geht der Segelspaß weiter.
Im Folgenden haben wir Ihnen einen Bericht von unserem Kunden Herrn Jens Jensen aus Kiel angefügt. Herr Jensen befindet sich z. Z. auf einer ausgedehnten Langfahrt. Mit seiner freundlichen Erlaubnis dürfen wir seinen Erfahrungsbericht veröffentlichen:

Wir erwarteten eine normal zu benutzende Genua und gleichzeitig ein einfach zu setzendes und einfach zu bergendes Vorwindsegel. Wir sind es gewohnt mit mehreren Mitseglern Spinnaker und zu Zweit Gennaker zu Segeln. Auf Reisen wird dann ein kleiner (Reise-) Gennaker eingesetzt.

Theoretisch wussten wir von den Vorteilen einer in einem Keder geführten Doppelgenua als Passatsegel. Praktisch übertraf es alle unsere Erwartungen. Selbst während ich diese Zeilen schreibe huscht ein Lächeln über mein Gesicht – wenn die Erinnerung das Passatsegel sich öffnen lässt. Von 60 qm Genua auf 120 qm Passatsegel sind eindrucksvolle Zahlen. Aber die Wirklichkeit kann damit nicht abgebildet werden. Öffnete sich bisher unser Spinnaker, so musste der Steuermann achtgeben. Öffnet sich das Passatsegel, so zieht sich das Schiff selbst in die passende Richtung. Und das bei einer ähnlichen Geschwindigkeitszunahme.

Brauchten wir zum Spinnaker Segeln eine Crew von 3-4, für den Gennaker noch eine Crew von 2, so können wir jetzt das Passatsegel einhand setzen und bergen. Bezogen auf die Geschwindigkeit und Handling haben wir uns angewöhnt, das Passatsegel ohne Großsegel zu fahren. Der Geschwindigkeitsverlust war nicht wirklich messbar, der Vorteil ohne Großsegel zu fahren, aber groß. So ist es jederzeit, insbesondere bei Nachtfahrten, möglich, das Passatsegel stufenlos zu reffen/einzurollen und der Windkraft anzupassen. Das Reffen mit der Rollreffleine ist dabei jederzeit, sowohl mit zwei Spibäumen als auch freifliegend, möglich.

Das Passatsegel lässt sich freifliegend oder mit zwei Spibäumen setzen. Um unter Autopilot mit einer geringen Ansprechrate segeln zu können, nutzen wir ca. 15 bis 20 Grad weniger Windwinkel als maximal möglich. Erstaunlich war für uns ein freifliegendes Segeln von ca. 25 Grad vorlicher als 180 Grad Windeinfall. So bleibt uns ein “sicherer Bereich” von ca. 50 Grad. Noch erstaunlicher der verfügbare “sichere Bereich” unter Spibäumen von ca. 80 Grad. Dadurch erweiterte sich der übliche / tägliche Einsatz dieses Passatsegels deutlich, da der Zielort nicht mehr direkt vor dem Wind liegen muss.

Durch das “Hochschneiden” der Unterlieken sind wir zudem in der Lage Ausguck zu halten, was sonst nicht möglich wäre. Wir standen in der Vorbereitungsphase vor der Wahl einen Spinnaker ohne oder mit Flügel bzw. einen Gennaker zu nutzen, oder uns diese Doppelgenua mit zwei Spibäumen anfertigen zu lassen. Nun sind wir uns gewiss, dass dies die richtige, weil funktionierende und sichere Option ist.

Soweit der sehr anschauliche Bericht von Bord.

Für Fragen rund um das Passatsegel stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und verweisen auch auf die neuste Ausgabe der Fachzeitschrift „Palstek“. Hier wird ebenfalls ein umfangreicher Bericht über die Passatsegel erscheinen.

Ihre Segelwerkstatt Crew

Marine Shield

Marine Shield

Der neue Allwetterschutz für Ihre Segel!

Warum Marine Shield?

Wer kennt das nicht: Sonne, Salzwasser, Wind und Regen setzen unseren Segeln zu und hinterlassen oft deutliche Spuren. Marine Shield geht dieses Problem an der Wurzel an und bietet eine unsichtbare Schutzschicht, die Materialien vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahrt. Anders als herkömmliche Produkte schützt Marine Shield nicht nur vor Wasser, sondern wirkt auch gegen UV-Strahlung und Schimmelbildung. Einmal aufgetragen, legt sich die Formel wie ein Schutzschild über das Material und sorgt dafür, dass Ihre Ausrüstung länger aussieht wie neu – und das bei minimalem Pflegeaufwand.

Eigenschaften von Marine Shield

Marine Shield ist eine hochkonzentrierte, leicht anzuwendende Beschichtung, die speziell für den Einsatz im maritimen Umfeld entwickelt wurde. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:
• Wasserabweisende Wirkung: Hält Feuchtigkeit und Salzwasser ab und beugt so Schimmel und Korrosion vor.
• UV-Schutz: Verhindert das Ausbleichen durch die Sonne und bewahrt die Farben Ihrer Segel und Planen.
• Langzeitwirkung: Eine Anwendung reicht für mehrere Jahre intensiven Schutz, selbst bei ständigem Kontakt mit Salzwasser und Sonne.
• Schlagen des Segels: Marine Shield ist sehr flexibel, das bedeutet, dass der Schutz Knicke und Abplatzen, zB beim Schlagen gegen das Rigg durch seine Struktur vorbeugt.

Marine Shield in der Praxis

Wir haben Marine Shield in unserer Werkstatt und Bord an verschiedenen Segeltüchern getestet, und das Ergebnis spricht für sich: Selbst bei härtester Beanspruchung halten Segel deutlich länger, und Schimmelbildung gehört der Vergangenheit an. Kunden, die das Produkt bereits verwenden, berichten von spürbaren Verbesserungen – Segel, die trotz häufiger Nutzung neuwertig bleiben, und ein geringerer Pflegeaufwand, der mehr Zeit auf dem Wasser ermöglicht.
Das Besondere an Marine Shield ist zudem, dass wir bereits Code Zeros mit dem UV-Schutz ausgestattet haben. Somit können Segel bei wenig Wind und starker Sonneneinstrahlung länger stehen bleiben und den Witterungsbedingungen standhalten, ohne dass das Segel geborgen werden muss.

Fazit: Ein Schutz, der sich lohnt

Marine Shield ist eine Investition in die Zukunft Ihrer Ausrüstung und spart Ihnen langfristig Zeit und Kosten für aufwendige Reparaturen, da es eine längere Haltbarkeit aufweißt als der bekannte Cover Brush. Ob Sie als erfahrener Segler Ihre Bootsausrüstung schützen oder als Neuling eine langlebige Basis schaffen möchten, Marine Shield ist die perfekte Wahl.
Für alle Interessierten geben wir ab sofort einen Rabatt in Höhe von 10% auf den neuen UV-Schutz. Es können auch benutze Segel beschichtet werden!
Kommen Sie gerne in unserer Segelwerkstatt vorbei und lassen Sie sich von unserem Team ausführlich zu Marine Shield beraten. Wir freuen uns darauf, Ihnen dieses Produkt vorzuführen und Ihnen zu zeigen, wie einfach es ist, Ihre Ausrüstung bestens zu schützen – für eine Saison nach der anderen.

ONYX – precision in black

ONYX – precision in black

Hochleistungssegelmaterial der nächsten Generation von Dimension Polyant

Was ist ONYX?

Für alle, die nach maximaler Performance und Haltbarkeit auf dem Wasser streben, setzt Dimension Polyant mit dem neuen ONYX-Material einen neuen Standard in der Segeltechnologie. Als führender Hersteller von Segeltuchmaterialien hat Dimension Polyant seine Innovationskraft gebündelt, um mit ONYX ein Material zu entwickeln, das den speziellen Anforderungen anspruchsvoller Segler gerecht wird. Die Segelwerkstatt Stade ist stolz darauf, dieses erstklassige Produkt als maßgeschneiderte Lösung für unsere Kunden anzubieten.

Was macht ONYX so besonders?

Das Herzstück von ONYX ist seine Hybridkonstruktion, die modernste Fasermaterialien und innovative Webtechniken kombiniert. Nun können auch gewebte Materialien wie zum Beispiel das Pro Radial oder Hydranet Radial in schwarzem Look hergestellt werden. Ein entscheidender Vorteil von ONYX ist die Verwendung von spinngefärbten Garnen. Bei diesem Verfahren werden die Farbpigmente direkt in die Fasern eingebracht, bevor sie zu Garnen verarbeitet werden. Dadurch entsteht nicht nur eine besonders gleichmäßige und langanhaltende Farbqualität, sondern auch eine erhöhte UV-Beständigkeit. Herkömmliche Färbetechniken, bei denen die Farbe erst nachträglich aufgetragen wird, können bei starker Sonneneinstrahlung schnell verblassen. Mit den spinngefärbten Garnen von ONYX bleibt die Farbintensität erhalten, selbst unter den harten Bedingungen auf See.

Technische Eigenschaften

• Spinngefärbte Garne: Wie bereits erwähnt, sorgt diese Technik für eine hohe UV-Beständigkeit und eine außergewöhnliche Haltbarkeit der Farben. Dies reduziert nicht nur den Pflegeaufwand, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Segels erheblich.
• Hervorragendes Last-Dehnungs-Verhältnis: Dank der durchdachten Kombination aus hochfesten Polyester- und Technora®-Fasern bietet ONYX ein optimiertes Last-Dehnungs-Verhältnis. Dies bedeutet, dass das Material auch bei hohen Windkräften kaum nachgibt und somit eine konstante Formstabilität des Segels gewährleistet ist.
• Geringes Gewicht: Leicht, aber dennoch extrem widerstandsfähig – ONYX ist auf Segler ausgelegt, denen es wichtig ist ein leichtes und dennoch stabiles Material zu segeln. Trotz seines geringen Gewichts bleibt es unter verschiedenen Windbedingungen stabil und formtreu.
• Optimierte Gewebestruktur: Die besondere Webtechnik sorgt für eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanischen Verschleiß und ein Minimum an Verformung durch wechselnde Belastungen. Diese gleichmäßige Faserverteilung minimiert die Gefahr von Materialermüdung und erhöht die Lebensdauer des Segels selbst bei intensivem Einsatz.

Performance auf dem Wasser

ONYX ist speziell für Segler entwickelt, die ihre Schiffe ans Limit führen wollen – sei es in Regatten oder bei Langstreckentörns. Das Material reagiert sensibel auf Änderungen in der Windstärke und ermöglicht dadurch eine exakte Steuerung des Bootes. Die geringe Dehnung unter Last führt zu einer präzisen Segelform, was in einer maximalen Geschwindigkeit und einem verbesserten Handling resultiert. Insbesondere bei Booten mit hohem Anspruch an die Segelgeometrie spielt ONYX seine Stärken voll aus.

Warum ONYX von der Segelwerkstatt Stade?

Als offizieller Partner von Dimension Polyant bieten wir Ihnen in der Segelwerkstatt Stade maßgeschneiderte Segel auf Basis des ONYX-Materials an. Unsere Expertise im Bereich Segelanfertigung und -reparatur, gepaart mit der überragenden Technologie von ONYX, macht uns zu Ihrem perfekten Ansprechpartner für Segelprojekte. Unsere Segel sind nicht nur für Regattasegler interessant, sondern auch für Fahrtensegler, die auf hohe Qualität und Langlebigkeit setzen.
Machen Sie jetzt den Schritt in die Zukunft der Segeltechnologie und lassen Sie sich von uns beraten! Mit ONYX segeln Sie effizienter, schneller und sicherer – egal unter welchen Bedingungen.

Segelschnitte

Segelschnitte

Der Vergleich zwischen Tri-Radialen Segeln und Horizontal geschnittenen Segeln ist vielfältig, wir geben einen Überblick

Horizontale Segel (Cross-Cut Segel)

Horizontale Segel, auch Cross-Cut Segel genannt, sind die traditionellsten Segel. Die Segelbahnen verlaufen parallel zueinander und sind horizontal über die gesamte Segelfläche angeordnet. Diese Segel werden meist aus Polyester (Dacron) gefertigt, das für seine Robustheit und Haltbarkeit bekannt ist.

Vorteile:
• Kosten: Horizontale Segel sind in der Regel günstiger herzustellen, da der Zuschnitt und die Verarbeitung einfacher sind.
• Einfache Reparatur: Durch das simple Bahnenlayout lassen sich Beschädigungen leicht lokalisieren und reparieren.
• Robustheit: Die horizontale Anordnung der Bahnen bietet eine hohe Abriebfestigkeit, wodurch das Segel lange hält.
• Breites Einsatzspektrum: Sie eignen sich gut für Fahrtensegler und Boote, die in wechselnden Bedingungen eingesetzt werden.

Nachteile:
• Formstabilität: Horizontale Segel neigen dazu, schneller auszubeulen, insbesondere bei zunehmendem Alter und unter starker Belastung.
• Gewicht: Durch die schwereren Materialien und die Art der Konstruktion sind horizontale Segel oft schwerer. Bei radial geschnittenen Segeln können wir im Vorliek leicheres Segeltuch einbauen als bei horizontalen Segeln.
• Begrenzte Performance: Für Regattasegler oder sportlich ambitionierte Crews sind horizontale Segel weniger geeignet, da sie nicht die gleiche Leistung und Formstabilität wie radial geschnittene Segel bieten.

Haltbarkeit und Formstabilität:
Horizontale Segel sind aufgrund ihrer Robustheit langlebig, jedoch lassen Formstabilität und Leistung mit der Zeit stark nach. Die Formveränderung führt dazu, dass das Segel bei starker Belastung ineffizienter wird, was die Geschwindigkeit und das Handling negativ beeinflusst.

Tri-Radiale Segel

Tri-Radiale Segel bestehen aus dreieckigen Paneelen, die von den Ecken des Segels (Kopf, Hals, Schothorn) radial verlaufen. Diese Konstruktion erlaubt es, die Paneele in optimaler Ausrichtung zu den auf das Segel wirkenden Kräften zu schneiden. Häufig werden Materialien wie Laminat, Aramid, Carbon oder Dyneema verwendet, die leichter und formstabiler sind.

Vorteile:
• Formstabilität: Die radiale Anordnung der Bahnen ermöglicht eine bessere Verteilung der Lasten, wodurch das Segel seine Form auch unter hoher Belastung behält.
• Leistung: Tri-Radiale Segel bieten eine deutlich höhere Performance, da sie weniger verformen und damit effizienter arbeiten, besonders bei starkem Wind.
• Gewichtsoptimierung: Durch die Verwendung moderner Materialien und die Konstruktionstechnik sind diese Segel leichter und erhöhen die Bootsgeschwindigkeit.
• Langlebigkeit bei hoher Belastung: Die spezifische Anordnung der Bahnen verhindert das vorzeitige überdehnen der Segelfläche, was zu einer längeren Nutzung in der gewünschten Form führt.

Nachteile:
• Kosten: Tri-Radiale Segel sind durch den aufwendigeren Schnitt und die teureren Materialien meist teurer in der Anschaffung.
Haltbarkeit und Formstabilität: Tri-Radiale Segel bieten eine hervorragende Formstabilität und bleiben länger in ihrer optimalen Form. Die Belastung wird besser über die gesamte Segelfläche verteilt, wodurch die Lebensdauer des Segels, insbesondere bei sportlicher Nutzung, deutlich verlängert wird. Allerdings erfordern die verwendeten Materialien sorgfältigere Pflege, um ihre Langlebigkeit zu gewährleisten.