Der Code Zero und seine Vermessung
Eine grobe Einordnung
In dieser Woche haben wir uns mit dem Code Zero und seiner Vermessung beschäftigt. Dieses Segel erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit, da es besonders bei leichtem Wind eine gute Möglichkeit bietet, die Leistung eines Bootes zu verbessern.
Der Code Zero verbindet Eigenschaften einer Genua mit denen eines Gennakers. Durch seine große Segelfläche und den vergleichsweise flachen Schnitt kann er insbesondere auf spitzen bis halbwindsnahen Kursen effektiv eingesetzt werden.
Ein besonderes Augenmerk haben wir auf die Vermessung des Code Zero und der Bedeutung seiner Mittelbreiten gelegt. Diese sind ein entscheidendes Merkmal bei der Beurteilung der Segelform und können Einfluss darauf haben, welcher Segelkategorie das Segel nach den jeweiligen Vermessungsregeln zugeordnet wird.
Die Vermessung (Code Zero vs. Gennaker)
Bei der Vermessung werden zunächst die grundlegenden Maße wie Vorliekslänge, Achterliekslänge und Unterliekslänge ermittelt. Besonders wichtig ist jedoch die sogenannte halbe Breite (Half Width). Bei einem Gennaker wird diese als Abstand zwischen den Mittelpunkten von Vorliek und Achterliek gemessen. Ab einer Mittelbreite von 75% wird ein Code Zero als Gennaker vermessen, bei allen Werten unter 75% wird es als flying headsail vermessen und nicht als Downwindsegel.
Auch für den Segelmacher ist die Verteilung der Breiten über die gesamte Segelhöhe von großer Bedeutung. Ein schmaler und flacher geschnittener Code Zero eignet sich eher für spitzere Kurse, während eine größere Breite und ein volleres Profil andere Einsatzbereiche ermöglichen. Die Mittelbreiten sind daher nicht nur für die Vermessung, sondern auch für die Konstruktion und die gewünschten Segeleigenschaften wichtig.
Im praktischen Einsatz bauen wir Code Zeros meist mit einer Mittelbreite um 60% bis 65%. Dies hat den Hintergrund, dass viele Segler den Code Zero als Leichtwindsegel bei halben Wind, aber nicht als Downwindsegel fahren wollen. Je mehr Mittelbreite wir dem Segel geben, desto schwerer wird auch das Handling und das Aufrollen des Segels. Bei falschem Aufrollen des Segels kann es dazu kommen, dass zuviel Spannung auf der Schot und somit auf dem Unterliek entsteht, was zu einem locker aufgerolltem Achterliek und dann einer „Blase“ führt, sodass sich das Segel schnell und ungewollt ausrollen kann.
In der Praxis möchten viele Segler einen sportlichen Code Zero welcher im Handling einfach zu bedienen ist. Eine zu hohe Mittelbreite würde dies verhindern.
Wenn Sie Fragen zur Bedienung des Segels haben, melden Sie sich gerne jederzeit bei uns in der Segelwerkstatt Stade.