Spinnaker setzen und bergen

Spinnaker segeln
Der Spinnaker ist auf vielen Yachten immer noch ein Segel das ein Schattendasein führt, alleine weil viele Crews unsicher im Händling sind. Das ist sehr schade, ist das Segeln unter Spi doch mit das schönste Erlebnis auf dem Wasser. Wir möchten Ihnen mit unserem Merkblatt Wege aufzeigen wie der Spinnaker im Einsatz gut beherrscht wird.

Genau wie bei allen anderen Segeln sollte auch die Vorbereitung für das Spinnakersegeln bereits im Hafen getroffen werden. Das Anbringen der Schoten, bei Yachten bis ca. 10 m Länge dürfte es reichen eine auf jeder Seite zu fahren, sollte vor dem Start erfolgen. Bei größeren Yachten sollte man je 2 Schoten fahren. Eine als Spinnakerschot, die durch einen Block auf Cockpithöhe gefahren wird. Die andere als Achterholer, welcher durch einen Block geführt wird, der ca. 1 bis 3m hinter dem Mast sitzt. Beide werden in einem Schnappschäkel vor dem Schothorn zusammen geführt.
Sinnvollerweise werden die Schoten im Hafen am Bugkorb befestigt und nach achtern geführt. Ferner sollte kontrolliert werden, ob der Topnant, das Spinnakerfall und der Spinnakerbaumniederholer frei laufen.

Der Ablauf beim Spinnakersetzen sollte in folgender Reihenfolge vor sich gehen:

1. Der Spinnaker sollte immer hinter einem stehenden Vorsegel gesetzt werden. Also
bringen wir den Spinnakersack an die leewärtige Seereling, (ungefähr in der Mitte des Vorschiffes) und befestigen den Segelsack an der Seereling. Hierfür sind die meisten Spinnakersäcke mit einem Stagreiter versehen.

2. Die Schoten werden vom Bugkorb gelöst und in die Schothörner eingeklinkt.

3. Das Spinnakerfall wird am Mast gelöst und hinter die Genua gezogen. Hierbei ist
darauf zu achten, ob man um das Vor- oder Achterliek der Genua gehen muss damit sich das Fall im Top nicht vertörnt.

4. Topnant und Niederholer werden an den Spinnakerbaum anschlagen und der Spinnakerbaum an den Mast.

5. Die Luvschot oder den Achterholer durch den Endbeschlag an Spinnakerbaumende
führen und den Baum mittels des Topnanten in eine waagerechte Position ca. 1,5 bis 2m über Deck bringen.

6. Das zukünftige Luvhorn am Spinnakersack lösen und nach Luv ziehen bis der
Spinnakerbaum mit dem Schothorn ca. 60-70 cm vom Vorstag frei kommt.

7. Das zukünftige Leeschothorn am Spinnakersack lösen.

8. Das Spinnakerfall sollte jetzt möglich schnell durchgesetzt werden. Es sollen aber 1 bis 3 Törn auf der Fallenwinsch bleiben. Für den Fall, dass der Spinnaker beim Setzen schon Wind fängt.

9. Ist das Fall ganz durchgesetzt, wird die Schot dichtgeholt.

10. Erst wenn der Spinnaker voll und ruhig steht, wird das Vorsegel gefiert und an der
Seereling festgelascht.

11. Nicht vergessen, jetzt den leeren Spinnakersack mit in das Cockpit nehmen.

Der Ablauf beim Spinnakerbergen sollte in folgender Reihenfolge vor sich gehen:
1. Das Vorsegel setzen und dicht nehmen.

2. Den Achterholer klar legen.

3. Das Fall klar legen und wenn zu zweit gesegelt wird das Fall den Rudergänger in die Hand geben. Aber Aufgepasst das Fall muss je nach Windstärke zwei bis drei mal um die Winsch gelegt bleiben damit der Rudergänger es mit einer Hand halten kann.

4. Abfallen bis auf einen Kurs zwischen 150° und 170° vor dem Wind.

5. Das Großsegel entsprechend weit auffieren.

6. Den Achterholer ausrauschen lassen.

7. Die Spinnakerschot so dicht holen, dass das Seitenliek stramm am Großbaum liegt.

8. Sich in Lee an die Aufbauhinterkante setzen.

9. Ohne Hast den in Lee von Großsegel wehenden Spinnaker langsam unter dem
Großbaum durch bergen. Sehr wichtig hier ist, dass zu erst das ganze Unterliek eingesammelt wird.

10. Wenn das Unterliek komplett eingeholt wurde wird das Fall langsam gefieren.

11. Immer das gesamte Unterliek und das stramme Seitenliek zusammen an den Körper ziehen.

12. Nie das Auswehende Liek zu früh einholen. Es kann sich dann ein Windsack bilden,
der das schon geborgene Tuch wieder entreißt.

13. Immer wenn ca. ein viertel der Segelfläche geborgen ist, dieses in den Niedergang
drücken.

14. Sobald das ganze Segel im Niedergang verschwunden ist die Schoten abschlagen und klarieren damit kein Tauende sich Unterwasser vertörnen kann.

15. Das Fall abschlagen und an den Mast bringen. Insbesondere bei Yachten mit einer
Rollreffanlage muss man darauf achten, dass das Fall nicht am Vorstag verdreht ist. Für den Fallenschlitten kann es sonst böse folgen haben.

16. Den Spinnakerbaum abtoppen und sichern.

17. Den Spinnaker gewissenhaft auftuchen. Wenn Sie nicht genau wissen wie ein
Spinnaker gesackt wird, fragen Sie einen Segelkameraden oder besser noch einen
Segelmacher.

Muss der Spinnaker „hoch am Wind" geborgen werden, ist es sinnvoll die Punkte 6 und 10 zu tauschen.

Wichtig ist bei allen Abschnitten der Manöver:
  • Vor dem Beginn das Manöver mit der Crew genau durchsprechen
  • Auch wenn das Segel etwas länger im Wind weht, langsam und mit Ruhe arbeiten
  • Ständig darauf achten, dass sich kein Crewmitglied in den Leinen oder dem Segeltuch vertörnt

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim nächsten Spinnaker segeln.